Zwang

Zwangshandlungen und Zwangsgedanken sind sehr häufig, bis zu einem gewissen Grad fast "normal".

Zwangshandlungen wie z. B. Kontrollzwänge, Waschzwänge etc. sind sehr gut behandelbar. Von Zwangshandlungen abzugrenzen sind Zwangsgedanken. Zwangsgedanken sind sich aufdrängende, nicht kontrollierbare Gedanken, welche oft gesellschaftlich tabuisierte Inhalte haben.

"Wenn ich meine Gedanken schon nicht kontrollieren kann, kann ich womöglich auch meine Handlungen nicht kontrollieren" - wird angenommen. Dies wird als bedrohlich erlebt und löst Angst aus.

Häufig ist auch eine zwanghafte Beschäftigung mit der Angst sich zu infizieren und sich daher besonders vor Schmutz, Keimen und Infektionsmöglichkeiten schützen zu müssen.

Mit verhaltentherapeutischen Techniken wird zunächst die Symptomatik abgemildert. Im Verlauf muss dann erarbeitet werden, welche Funktion, welchen "Sinn" die Störung für den Betroffenen hat. Beispielweise kann die Zwangssymptomatik einer Person helfen Ärger auszudrücken oder auch helfen Nähe zu vermeiden und Distanz zu wahren.

In der Therapie können dann bessere, weniger "dysfunktionale" Wege erarbeitet werden und somit die Grundlage geschaffen werden, um auf die Erkrankung "verzichten" zu können.

Nur bei den seltenen schwersten Zwangsstörungen ist eine medikamentöse Behandlung mit einem Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer indiziert.