Depression

Die Stimmung der Menschen wechselt. Gefühle wie Heiterkeit und Traurigkeit, Tatendrang und Lustlosigkeit, Wohlgefühl und Niedergeschlagenheit sind Reaktionen auf alltägliche Ereignisse, sie ändern sich rasch, ohne dass davon der Grundtenor des Lebens beeinflusst würde.

Bei Menschen mit depressiven Störungen dagegen besteht eine dauerhafte niedergeschlagene Stimmungslage, die alle ihre Interaktionen mit der Welt färbt und ihr übliches Erleben und Verhalten stört. Hält dieses Bild länger als zwei Wochen an, so besteht der Verdacht auf eine krankhafte depressive Störung.

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten seelischen Störungen überhaupt. Nicht weniger als 26 % der Frauen machen zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens eine schwere Depression durch.

Neben der Niedergeschlagenheit und der Freudlosigkeit beschreiben Betroffene regelmäßig Schlafstörungen, starke innere Unruhe bzw. Angst und körperliche Beschwerden.

Eine Sonderform ist die lang andauernde eher leicht bis mittelgradige depressive Verstimmung, Dysthymie genannt.

Die Prognose einer depressiven Störung ist grundsätzlich gut. Im statistischen Mittel lassen handfeste depressive Störungen unter Behandlung innerhalb zwei bis drei Monaten deutlich nach.

Was hilft?

1. Medikamente.
Ein wichtiges Puzzlestück. Pillen lösen zwar keine Probleme, helfen aber entscheidend, die "Hirnchemie" ins Gleichgewicht zu bringen und deutlich schneller aus der depressiven Episode raus zu kommen. Viele Betroffene entscheiden sich für eine begleitende Einnahme von Johanniskraut. Dabei sollte unbedingt beachtet werden kein Präparat aus der Drogerie einzunehmen, da deren Wirksamkeit zumindest zweifelhaft ist. Es sollte ein Präparat mit wissenschaftlich erwiesener Wirksamkeit gewählt werden, z.B. Jarsin® oder Laif®.

2. Sport, ebenso wirksam wie Antidepressiva.
Drei mal wöchentlich 20 Minuten Ausdauersport (Joggen, Schwimmen, Radfahren) haben einen wissenschaftlich erwiesen antidepressiven und stimmungsstabilisierenden Effekt. Etwas, was Sie eigenständig für ihre Genesung tun können.

3. Lichttherapie kann in einigen (wenigen) Fällen indiziert sein.

4. Psychotherapie
Zur Krisenintervention beginne ich mit Elementen der kognitiven Therapie und dem Genusstraining. Im Verlauf empfiehlt sich die Erarbeitung des biographischen Hintergrundes und des individuellen Persönlichkeitsstils.

Die moderne Psychotherapie der depressiven Störung ist komplex und methodenübergreifend. In Verbindung mit unterstützender Medikation sind die Prognose und der Behandlungserfolg sehr gut.